Seit Sommer 2017 fördert die Andreas Tobias Kind Stiftung die 2014 gegründete Bundesarbeitsgemeinschaft Künstlerische Therapien (BAG KT). Was sich genau dahinter verbirgt und wie es zu diesem Zusammenschluss kam, lesen Sie im folgenden Bericht von Beatrix Evers-Grewe (erste Vorsitzende des BAG KT e.V.).

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Künstlerische Therapien (BAG KT) wurde 2014 als eingetragener Verein gegründet. In der BAG KT verfolgen Vertreter verschiedener Therapieformen das gemeinsame Ziel, die Künstlerischen Therapien im Gesundheitswesen besser zu etablieren. Die Verankerung der Künstlerischen Therapien unter dieser Bezeichnung im OPS, die Klassifikation Therapeutischer Leistungen in der Rehabilitation (KTL) und in den Leitlinien bilden die bedeutendsten kontinuierlichen Arbeitsprozesse. Der Verein wird durch eine AG, die sich der Berufsbildarbeit zuwendet, und eine AG zur Öffentlichkeitsarbeit ergänzt. Dabei richtet sich die Arbeit aller Beteiligten auf das Erreichen einer berufsrechtlichen Anerkennung, die ermöglichen soll, dass im bestehenden Gesundheitssystem alle Patientinnen und Patienten im Rahmen üblicher Bedingungen von Künstlerischen Therapien profitieren können.

Die Gründung der BAG KT entwickelte sich schrittweise aus einer vor beinahe 20 Jahren gegründeten Arbeitsgruppe, der AG DRG (Diagnosis Related Groups). Damals befürchteten die Künstlerischen Therapeutinnen und Therapeuten, dass die Grundlage für ihre Beschäftigung wegfallen könnte, wenn sie im Operationen- und Prozedurenschlüssel (OPS), dem damals neu in Planung befindlichen Dokumentationssystem für die Somatik, nicht vorkamen. Daraufhin starteten sie eine gemeinsame berufspolitische Arbeit und beantragten in Zusammenarbeit mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Psychosoziale Versorgung im Akutkrankenhaus (BAG PVA) die Aufnahme Künstlerischer Therapien im OPS.

Nach der erfolgreichen Implementierung Künstlerischer Therapien im OPS wendete sich die Arbeitsgruppe der Vertretung der Künstlerischen Therapien in Leitlinienprozessen der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF) zu, wie aktuell z.B. der Leitlinie Autismus, der Leitlinie Psychosoziale Therapien bei schweren psychischen Erkrankungen, der Leitlinie Schlaganfall und der Leitlinie Schizophrenie. Inzwischen werden die Leitlinienprozesse, an denen sich die BAG KT fortlaufend beteiligt, immer aufwändiger, sodass die anfangs entwickelten Arbeitsformen nicht mehr ausreichen. Der inzwischen erforderliche Zeitaufwand ist mit den Mitteln der BAG KT auf ehrenamtlicher Basis nicht mehr zu stemmen.

Ein wichtiger Schritt zur Professionalisierung nach der Gründung der BAG KT als eingetragener Verein bestand in der Besetzung der Geschäftsstelle mit einer bezahlten Mitarbeiterin. Dort ist Petra Schrader für die BAG aktiv und unterstützt die Arbeit der Arbeitsgruppen und des Vorstands, die ehrenamtlich tätig sind. Folgende Verbände für Künstlerische Therapien finanzieren die BAG KT für die gemeinsamen Ziele:

  • Berufsverband für Anthroposophische Kunsttherapie e.V. (BVAKT)
  • Berufsverband Heileurythmie e.V. (BVHE)
  • Berufsverband der Tanztherapeutinnen Deutschlands e.V. (BTD)
  • Deutscher Arbeitskreis für Gestaltungstherapie/Klinische Kunsttherapie e.V. (DAGTP)
  • Deutscher Fachverband für Kunst- und Gestaltungstherapie e.V. (DFKGT)
  • Deutsche Gesellschaft für Künstlerische Therapieformen e.V. (DGKT)
  • Deutsche Gesellschaft für Theatertherapie e.V. (DGfT)
  • Deutsche Musiktherapeutische Gesellschaft e.V. (DMtG)
  • Gesellschaft für Orff-Musiktherapie e.V. (GfOMT)

Mit der Deutschen Musiktherapeutischen Vereinigung zur Förderung des Konzepts nach Schwabe und dem Verein zur Förderung der Nordoff-Robbins Musiktherapie besteht eine kontinuierliche Kooperation.

Falls Sie bzw. Ihr Verband in der BAG KT mitarbeiten möchte, Sie konkrete berufspolitische Fragen zu den Künstlerischen Therapien haben oder Sie ein Forschungsvorhaben gemeinsam mit Künstlerischen Therapeuten planen und realisieren möchten, wenden Sie sich gern per Mail an Petra Schrader: info@bagkt.de. Mehr Infos finden Sie unter www.bagkt.de.

Beatrix Evers-Grewe