Christina Niedermann und Pauline Warneboldt über ihr Projekt zum interdisziplinären Austausch Studierender künstlerisch orientierter und gesundheitsbezogener Studiengänge

Jede künstlerische und jede psychologische Forschung beginnen mit dem Wahrnehmen und Beobachten eines Phänomens. Die Psychologie als empirische Wissenschaft überprüft theoretische Annahmen über mögliche Ursachen und Bedingungen, um Erfahrungen zu beschreiben und zu erklären. Die Künste schöpfen aus der Erfahrung ihre Gestaltungsform und verleihen ihr so einen Ausdruck. Wenn doch der Forschungsgegenstand in beiden Disziplinen der gleiche ist, wieso arbeiten dann nicht beide Gruppierungen interdisziplinär zusammen? Diese Frage beschäftigt uns. Wir, das sind Christina Niedermann (Hochschule für Künste im Sozialen, Ottersberg (HKS)) und Pauline Warneboldt (Universität Witten/Herdecke (UW/H)). Auf unseren Wegen im Studium an der UW/H sind wir vielen Menschen an den Schnittstellen zwischen Psychologie und den Künsten begegnet, die die Frage stellen, wie sich beide Disziplinen gegenseitig inspirieren können.

Bisher wird diese Bühne dieser interdisziplinären Zusammenarbeit auf der Ebene der Studierenden und des wissenschaftlichen Mittelbaus wenig genutzt. Das wollen wir mit unserem Vorhaben ändern. Wir möchten ein Organisationsteam Studierender unterschiedlicher Fachrichtungen bilden, das im Sinne der Vernetzung und des Kompetenzerwerbs gemeinsam agiert, Ideen sammelt und diese gebündelt in einer Tagung präsentiert. Wir möchten einen Raum als Austauschplattform vor allem für Auszubildende, Studierende und junge Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler künstlerischer, künstlerisch-therapeutischer und psychologischer Bereiche anbieten. Hauptaugenmerk möchten wir dabei auf den Erfahrungsaustausch der Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit ihren individuellen Forschungsfragen und Projekten legen. Dabei sollte sowohl methodischer als auch inhaltlicher Austausch stattfinden, stets unter dem Aspekt, neue Forschungsfragen oder neue Forschungsprojekte zu entwickeln. Hierfür möchten wir Kooperationen bestehender hochschulübergreifender Netzwerke nutzen, sowie neue Kooperationen mit weiteren Hochschulen und öffentlichen oder privaten Forschungseinrichtungen eingehen. Wir erhoffen daraus neue wissenschaftliche Perspektiven zu erhalten, neue methodische Zugänge zu künstlerischen Phänomenen zu generieren und den Theorie-Praxis-Transfer zu stärken.

Ein erstes Organisationstreffen hat bereits am 15.10.2019 an der Universität Witten/Herdecke stattgefunden. Zehn Studierende unterschiedlicher Studiengänge sind der Einladung von Pauline Warneboldt gefolgt. Dieses Team wird nun andere Bildungseinrichtungen anschreiben und Studierende aufrufen, interdisziplinär zusammenzuarbeiten. Entgegen kommt uns die Gründung einer neuen AG „Junge Forschung“ in der Wissenschaftlichen Fachgesellschaft Künstlerischer Therapien. Es scheint, als würden da junge Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler hinter den Kulissen der interdisziplinären Bühne hervorlinsen und winken.

Wer Kontakt mit uns aufnehmen möchte, kann das per E-Mail: christina.niedermann@posteo.de oder pauline.warneboldt@uni-wh.de. Mit unserem Projekt „Vernetzung und Kompetenzerwerb“ werden wir seit Oktober 2019 von der Andreas Tobias Kind Stiftung gefördert. Wir freuen uns, dass unsere Projektidee in der Stiftung auf Resonanz gestoßen ist und bedanken uns für die Unterstützung.