Prof. Dr. Christiane Drechsler über ein noch junges, doch bereits sehr erfolgreiches Inklusionsprojekt in Mannheim

Das durch die Andreas Tobias Kind Stiftung geförderte Projekt „Stiftung Kohlerhaus“ wurde durch eine Elterninitiative der Hans-Müller-Wiedemann-Schule ins Leben gerufen, die für ihre schwerst- und mehrfachbehinderten Jugendlichen nach Ende der Schulzeit eine inklusive Arbeits- und Förderperspektive suchte. Als Einrichtung der Werkgemeinschaft Martinshof und in Kooperation mit dem Verein für Körper- und Mehrfachbehinderte – Spastikerverein Mannheim werden seit September 2017 zwölf junge Menschen mit besonders hohem Assistenzbedarf im Kohlerhaus gefördert und betreut.

Handlungsleitend ist der Gedanke einer Vernetzung mit Unternehmen und Vereinen vor Ort, um nach Maßgabe der Interessen der jungen Menschen eine sinnstiftende Tätigkeit zu gestalten. Dies ist in den letzten beiden Jahren in vielfacher Weise gelungen: Im Kohlerhaus selbst werden für die Jungadler Mannheim Taschen gefertigt und verkauft, aus gespendeten Holzpaletten entstehen in gemeinsamer Arbeit Gartenmöbel. Ein dort betreuter junger Mann arbeitet mit Assistenz seit einigen Monaten regelmäßig in einem Möbelhaus .

Eine weitere Kooperation des Kohlerhauses besteht zur Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft am Standort Mannheim. Die jungen Menschen mit Behinderung und ihre Assistentinnen waren jeweils dienstags in der Hochschule zu Gast, um gemeinsam, angeleitet durch eine Eurythmistin und Heileurythmistin, Eurythmie zu betreiben. Das Mittagessen wurde gemeinsam mit den Studierenden und den Dozierenden in der Mensa eingenommen. Seit Beginn dieses Studienjahres im September ist die Kohlerhaus-Gruppe integraler Bestandteil des Lehrveranstaltungsplans: Studierende im 3. Semester können im Modul Kunst und Künstlerische Therapien diese Gruppe für ihr Studium wählen. Die ersten Reaktionen sind durchweg positiv – bei beiden beteiligten Gruppen.

Durch die Zuwendung der Kind Stiftung war es möglich, die Pilotphase finanziell zu stützen, sodass eine Einführung für die jungen Menschen mit Behinderung in die Eurythmie möglich war. Herzlichen Dank dafür.